Schwerbehinderung

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Schwerbehinderung

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Was bedeutet eigentlich der Begriff Schwerbehinderung?

Behindert

Menschen sind in Deutschland behindert, wenn eine körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder die seelische Gesundheit vom typischen Zustand des Lebensalters abweicht und dadurch die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Des Weiteren müssen die Beeinträchtigungen länger als 6 Monate bestehen oder davon ausgegangen werden, dass diese von dauerhafter Natur sind. Daher zählen kurzfristige Beeinträchtigungen wie ein Beinbruch oder eine Blinddarm-OP nicht dazu.

Schwerbehindert

Menschen sind schwerbehindert, wenn ein Grad der Behinderung von Mindestens 50 vorliegt. Zudem muss der Wohnsitz, der gewöhnliche Aufenthalt oder der Arbeitsplatz sich in Deutschland befinden.

Merkzeichen

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Was wird mit den Buchstaben abgekürzt?

 

aG — Außergewöhnliche Gehbehinderung

Personen, die sich aufgrund der Schwere ihrer Einschränkung dauernd nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können, sind außergewöhnlich Gehbehindert und erhalten das Merkzeichen aG.

Dazu zählen u.a. folgende Personen:

  • die kein Kunstbein oder nur eine Beckenkorbprothese tragen können:
    • Querschnittgelähmte
    • Doppeloberschenkelamputierte
    • Doppelunterschenkelamputierte
    • Hüftexartikulierte
    • einseitig Oberschenkelamputierte
  • mit Herzschäden mit schweren DekompensationserscheinungenDer Begriff Dekompensation bezeichnet in der Medizin das Versagen der körpereigenen Gegenregulations- und Reparaturvorgänge im Verlauf einer Erkrankung. Eine Dekompensation tritt ein, wenn der Körper die durch eine Erkrankung entstandenen Defekte nicht mehr ausgleichen kann.

    oder Ruheinsuffizienz

  • mit Erkrankungen der Atmungsorgane mit schwerer Einschränkung der Lungenfunktion

Bei der außergewöhnlichen Gehbehinderung muss eine Einschränkung der Gehfähigkeit vorliegen und mit einem Grad der Behinderugn von mindestens 80 bewertet sein. Andere Arten von Bewegungsbehinderungen, wie beim Merkzeichen G, werden nicht berücksichtigt.

Die Nutzung eines Rollstuhls alleine reicht nicht aus, um eine außergewöhnliche Gehbehinderung anzunehmen. Vielmehr ist eine ständige Nutzung des Rollstuhls maßgeblich, wenn ansonsten die Fortbewegung nur mit fremder Hilfe oder nur unter großer Anstrengung möglich ist.

G — Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit

Personen, die nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder nicht ohne Gefahren für sich oder andere Wegstrecken im Ortsverkehr zurücklegen können (die üblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden) und über eine Einschränkung des Gehvermögens verfügen, gelten als in der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt und erhalten das Merkzeichen „G“. Bei Personen mit einer Störungen der Orientierungsfähigkeit, mit inneren Leiden oder aufgrund von Anfällen, wird die erheblich Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr angenommen.

Dies liegt z.B. bei Funktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder der Lendenwirbelsäule mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 vor. Eine Störung der Orientierungsfähigkeit liegt z.B. bei Menschen mit Seheinschränkungen mit GdB 70 oder Menschen mit geistigen Einschränkungen mit GdB 100 vor.

H — Hilflosigkeit

Personen, die jeden Tag zur Sicherung ihrer persönlichen Existenz für die Bewältigung von häufigen und regelmäßigen Tätigkeiten dauernd fremde Hilfe benötigen oder entsprechend überwacht oder angeleitet werden müssen, sind Hilflos und erhalten das Merkzeichen H. Dies gilt auch, wenn die Unterstützung nicht dauerhaft, aber eine ständige Bereitschaft zur Hilfestellung vorhanden sein muss.

Radio/Rundfunkgebühren

Schwerbehinderte Menschen, welche unter die nachfolgend aufgeführten Personen fallen, erhalten das Merkzeichen RF.

  • Blinde Menschen
  • Sehbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 60 aufgrund der Sehbehinderung
  • Gehörlose Menschen
  • Hörgeschädigte Menschen bei denen eine ausreichende Verständigung auch mit Hörhilfen nicht möglich ist
  • Schwerbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von Mindestens 80 und die wegen ihres Leidens an öffentlichen Veranstaltungen ständig nicht teilnehmen können

Blindheit

Das Merkzeichen Bl erhalten vollständig erblindete Personen und Personen, bei denen die Gesamtsehschärfe beidäugig maximal ein Fünfzigstel (Visus von 0,02) beträgt. Ebenso erhalten sehbehinderte Menschen dieses Merkzeichen, bei denen eine dieser Sehschärfe gleichzuachtende Sehstörung vorliegt. Dies ist u.a. der Fall, wenn das Gesichtsfeld erheblich eingeschränkt ist

EB — Entschädigungsberechtigt

Dieses Merkzeichen erhalten schwerbehinderte Menschen, die Entschädigung nach § 28 des Bundesentschädigungsgesetzes erhalten (Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung) und ein Grad der Schädigungsfolge (GdS) von mindestens 50 haben.

Sofern zusätzlich auch eine Entschädigung nach dem Bundesversorgungsgesetz vorliegt, wird nur die Bezeichnung „Kriegsbeschädigt“ eingetragen. Das Merkzeichen EB wird nur auf expliziten Antrag eingetragen.

VB — Versorgungsberechtigt

Bei Anspruch auf Versorgung nach anderen Bundesgesetzen als das Bundesversorgungsgesetz und Vorliegen eines Grades der Schädigungsfolgen von mindestens von 50, erhält das Merkzeichen VB.

Dies ist auch dann der Fall, wenn mehrere Ansprüche auf Versorgung (Bundesversorgungsgesetz, andere Bundesgesetze, Bundesentschädigungsgesetz) bestehen und ein Gesamtgrad der Schädigungsfolge (GdS) von mindestens 50 besteht und nicht bereits das Merkzeichen EB oder die Bezeichnung „Kriegsbeschädigt“ eingetragen ist.

Personenkreis sind schwerbeschädigte ehemalige Soldaten der Bundeswehr, Zivildienstleistende oder politische Häftlinge der ehemaligen DDR.

1 Kl — 1. Klasse

Schwerkriegsbeschädigte Menschen mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 70 und bei denen eine ständige Unterbringung in der 1. Klasse erforderlich ist, erhalten das Merkzeichen „1 Kl“.

B — Begleitperson

Schwerbehinderte Menschen die regelmäßig Hilfe bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln benötigen (Ein- und Ausstiegshilfe, Hilfe während der Fahrt oder Hilfen zum Ausgleich von Orientierungsstörungen), erhalten das Merkzeichen B.

Die Voraussetzungen liegen bei Querschnittgelähmten,Ohnhändern, Blinden und Sehbehinderten, Hörbehinderten, geistig behinderten Menschen und Anfallskranken vor, wenn die erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr ebenfalls gegeben ist.

Das Merkzeichen bedeutet jedoch nicht, dass die Person für sich oder für andere eine Gefahr darstellt, wenn sie nicht in Begleitung ist.

Taubblindheit

Das Merkzeichen TBl erhalten schwerbehinderte Menschen, die wegen einer Störung der Hörfunktion mindestens einen Grad der Behinderung von 70 und wegen einer Störung des Sehvermögens einen Grad der Behinderung von 100 haben.

Der Ausweis

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Rund um den Schwerbehindertenausweis.

Der Ausweis

Schwerbehinderten Menschen kann ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt werden. Dafür muss zuvor ein Grad der Behinderung von mindestens 50 festgestellt worden sein. Im Ausweis sind der Grad der Behindeung und die festgestelten gesundheitlichen Merkmale, als  Merkzeichen, auf der Rückseite eingetragen. Der Ausweis dient als Nachweis für die Inanspruchnahme von Leistungen und sonstigen Hilfen (sogenannte Nachteilsausgleiche).

Der Schwerbehindertenausweis hat die Grundfarbe grün. Liegen die Voraussetzungen für die unentgeltliche Beförderung im Personenverkehr vor (Merkzeichen G, Gl, H, aG oder Bl), wird der Ausweis zusätzlich halbseitig mit einem orangen Aufdruck versehen.

 

Schwerbehindertenausweis Online Antrag

 

 

 

 

 

Identifikationskarte

Der Ausweis wird seit 2013 als Identifikationskarte im „Bankkarten“-Format ausgegeben. Vorher ausgestellte Schwerbehindertenausweise behalten im Rahmen der Gültigkeitsdauer ihre Gültigkeit. Es besteht keine Pflicht zum Umtausch.

Bei blinden Menschen wird die Zeichenfolge „sch-b-a“ in taktiler Form (Blindenschrift) aufgedruckt.

 

 

 

 

 

Gültigkeitsdauer

Die Gültigkeitsdauer des Schwerbehindertenausweises wird in der Regel auf maximal 5 Jahre befristet. Sofern bei der Art der Behinderung sich keine Änderungen ergeben, kann der Ausweis unbefristet ausgestellt werden.
Bei Kindern wird der Ausweis auf das 10. Lebensjahr befristet. Bei einem Alter zwischen 10 und 15 Jahren, kann der Schwerbehindertenausweis bis zum 20. Lebensjahr befristet werden. Bei nichtdeutschen schwerbehinderten Menschen ist die Gültigkeitsdauer des Schwerbehindertenausweises maximal bis zum Ablauf der Gültigkeit des Aufenthaltstitels, der Aufenthaltsgestattung oder der Arbeitserlaubnis festgelegt.
Die Gültigkeitsdauer wird als Monats- und Jahresangabe auf der Vorderseite des Ausweises eingetragen. Auf der Rückseite wird der Gültigkeitsbeginn eingetragen. Dies ist in der Regel der Tag der Antragstellung.

Downloads

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Wichtige Formulare und Vollmachten

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